Große Verwunderung bei Latein – Petition Initiator:innen

Nach Aussage von Minister Christoph Wiederkehr:  Große Verwunderung bei Latein – Petition Initiator:innen

Wien, 18.2.2026 – Bildungsminister Christoph Wiederkehr erklärte gegenüber der APA, es gebe keine alternativen Vorschläge zur geplanten Kürzung des Lateinunterrichts.

Diese Aussage sorgt bei den Initiator:innen der Latein-Petition, Nina Hoppe und Gerhard Ruiss, für große Verwunderung. Bereits beim Treffen mit dem Minister vor einer Woche wurde von den anwesenden Vertreter:innen der Petition ein konkreter Alternativvorschlag eingebracht: Neue Schwerpunkte wie Demokratiebildung, Medienkompetenz und KI sollen in bestehende Fächer integriert werden – statt diese zu kürzen.

Gerade im Fach Latein sind viele dieser Inhalte bereits Teil des letzten Lehrplans, der im Herbst 2025 nach über einem Jahr der Erstellung, abgeschlossen wurde. Die Petition, die von über 39.000 Personen unterstützt wird, warnt daher vor einer bildungspolitischen Fehlentscheidung: Sprachfächer zu reduzieren schwächt Lesekompetenz, kulturelles Verständnis und demokratische Bildung zugleich.

Lateinreduktion: Bildungspolitische Weichenstellung mit katastrophalen Folgen

Die Vertreter:innen der Petition sehen in der Reduktion des Lateinunterrichts – und parallel dazu des Fremdsprachenunterrichts – eine bildungspolitische Weichenstellung mit katastrophalen Folgen. Nicht nur für Österreich, auch für die europäischen Zusammenarbeit und für die kulturelle Vielfalt innerhalb der EU.

Mit dem geplanten Stundenausmaß für diese Fächer wird es in Zukunft nicht mehr möglich sein, Schüler:innen an die Lesereife heranzuführen. Statt der dringend benötigten vermehrten Schulung der Lesefähigkeiten kommt es zu weniger. Die Zeichensetzung eines Zuviel an Stunden in Sprachenfächern ist auch aus der Sicht der galoppierend schwindenden Lesekompetenz – 29 % der Erwachsenen in Österreich können lt. einer OECD-Studie 2024 entweder nicht lesen oder nicht verstehen, was sie lesen – nicht zu verantworten.

Ausgerechnet Sprachenfächer zu kürzen, hat auch für die favorisierten Bereiche der Reform Folgen. Der Sprache kommt nicht nur in den bisher unterrichteten Fächern eine Schlüsselrolle zu, sie hat sie ebenso im Umgang mit den geplanten neuen Unterrichtsschwerpunkten Demokratie, Medien und KI. Übersehen wird dabei zudem, dass Latein und Altgriechisch Mehrfachfunktionen besitzen, mit ihnen erschließen sich nicht nur bedeutende historische Quellen, sie sind auch der zentrale Zugang zur europäischen Kulturgeschichte. Weniger Latein bedeutet somit weniger Unterricht in Geschichte und weniger Unterricht in Demokratie.

Daher: Neue Inhalte und Querschnittsthemen sollen nicht durch die Schwächung bestehender Fächer eingeführt werden, sondern in diese integriert werden – mit klaren Schwerpunkten und ohne den Verlust bewährter Bildungsgrundlagen.

Stärkung des Demokratieverständnisses nur durch Einbindung sämtlicher Unterrichtsgegenstände möglich

Eine Stärkung des Demokratieverständnisses, der Medienkompetenz und des Umgangs mit KI ist nur durch Einbindung in sämtliche Unterrichtsgegenstände möglich, nicht durch Delegierung an eigene Fächer. Vielmehr bringt das die Gefahr mit sich, dass Demokratie, Medien und KI in allen anderen Fächern keine Rolle mehr spielen nicht mehr behandelt werden.

Die Kürzung bleibt – die Kritik daran ebenfalls

Latein-Petition warnt vor Sprachverarmung und fordert Kurskorrektur der Reform

Wien, [11.2.2026] – Beim Treffen zwischen Vertreter:innen der Latein-Petition und Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat sich bestätigt, was viele befürchteten: Der Minister will trotz breiter öffentlicher Kritik und der Unterstützung durch bisher mehr als 36.000 Unterzeichner:innen der Petition an der geplanten Kürzung des Lateinunterrichts festhalten.

Die bei diesem Treffen anwesenden Vertreter:innen der Petition, Daniela Strigl, Ludwig Laher, Isabell Wöhrer, Vea Kaiser, Gerhard Ruiss und Nina Hoppe, sprachen sich mit großer Bestimmtheit gegen die Verwirklichung des Vorhabens in den kommenden Unterrichtsplänen aus. Sie sehen in der Reduktion des Lateinunterrichts – und parallel dazu des Fremdsprachenunterrichts – eine bildungspolitische Weichenstellung mit katastrophalen Folgen. 

REDUKTION DER STUNDEN SCHADET LESEREIFE

Mit dem geplanten Stundenausmaß für diese Fächer wird es in Zukunft nicht mehr möglich sein, Schüler:innen an die Lesereife heranzuführen. Statt der dringend benötigten vermehrten Schulung der Lesefähigkeiten kommt es zu weniger. Die Zeichensetzung eines Zuviel an Stunden in Sprachenfächern ist auch aus der Sicht der galoppierend schwindenden Lesekompetenz – 29 % der Erwachsenen in Österreich können lt. einer OECD-Studie 2024 entweder nicht lesen oder nicht verstehen, was sie lesen – nicht zu verantworten.

WENIGER LATEIN: WENIGER UNTERRICHT IN GESCHICHTE UND DEMOKRATIE

Ausgerechnet Sprachenfächer zu kürzen, hat auch für die favorisierten Bereiche der Reform Folgen. Der Sprache kommt nicht nur in den bisher unterrichteten Fächern eine Schlüsselrolle zu, sie hat sie ebenso im Umgang mit den geplanten neuen Unterrichtsschwerpunkten Demokratie, Medien und KI. Übersehen wird dabei zudem, dass Latein und Altgriechisch Mehrfachfunktionen besitzen, mit ihnen erschließen sich nicht nur bedeutende historische Quellen, sie sind auch der zentrale Zugang zur europäischen Kulturgeschichte. Weniger Latein bedeutet somit weniger Unterricht in Geschichte und weniger Unterricht in Demokratie.

Ein nicht mit genügend Raum ausgestatteter Sprachenunterricht bleibt im Erwerb eines phrasenhaften Sprachgebrauchs stecken, das hat in der Vergangenheit durch die Umleitung auf das Textsortentraining für die Zentralmatura auch vor dem Fach Deutsch nicht Halt gemacht, hier finden sich mit neuen Lehrplanvorgaben und besserer Einbindung von Gegenwartsliteratur nunmehr aber immerhin erste Ansätze zur Gegensteuerung. 

ALTERNATIVVORSCHLAG: INTEGRATION STATT REDUKTION

Daran orientiert, haben die Vertreter:innen der Petition im Gespräch einen konstruktiven Alternativvorschlag eingebracht: Neue Inhalte und Querschnittsthemen sollen nicht durch die Schwächung bestehender Fächer eingeführt werden, sondern in diese integriert werden – mit klaren Schwerpunkten und ohne den Verlust bewährter Bildungsgrundlagen. 

Die Fortsetzung des Gesprächs, auch in Form einer öffentlichen Diskussion, wurde von beiden Seiten gewünscht und auch bekräftigt. Klar ist jedoch: So lange die Kürzung des Lateinunterrichts und der Fremdsprachenfächer aufrecht bleibt, bleibt auch der Widerspruch aufrecht. Die Breite der Unterstützung zeigt, dass es dabei nicht um ein Festhalten von einzelnen obsolet gewordenen Bildungsangelegenheiten geht, sondern um zentrale Fragen der Bildungs- und Kulturpolitik und um Bildungs- und Kulturpolitik ganz generell.

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Rückfragen & Kontakt:

Nina Hoppe
T: +43 664 1267359
E: office@ninahoppe.eu

Gerhard Ruiss
T: +43 664 405 74 94
E: gerhard.ruiss@chello.at

Petition „Latein ist kein Luxus – es ist Bildung“

Mein Interview auf oe24.at:
Gemeinsam mit vielen (prominenten) Österreicher:innen habe ich die Petition „Latein ist kein Luxus -es ist Bildung“ gestartet. Das Bildungsministerium will den Lehrplan (zu recht) modernisieren und hat öffentlich  KI versus Latein gestellt.

Ich sehe Latein nicht als Fremd- oder Tote Sprache sondern als Teil unserer Wertebasis und unserer Kulturellen Identität. Gerade in Zeiten wie unseren, in denen unser gesamte Wertesystem attackiert wird bzw auf dem Prüfstand steht, darf man unsere Vorteile als moderne (!) Zivilisation nicht ad acta legen.

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ÖSTERREICH ist die Politik ABHANDEN GEKOMMEN

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….wobei das nicht ganz richtig ist. Sie ist da, aber sie spielt sich nur mehr zwischen Pressefoyers, Social Media Auftritten und Einladungen ab.

Pflichtbewusstsein und Ernsthaftigkeit – zwei Begriffe, die eigentlich selbstverständlich für demokratisch konstruktive Politik stehen sollten. Wiewohl, so leicht ist das in unserer Zeiten nicht.

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Partizipatives Budget: Gefahr oder Chance für die Demokratie?

Gefahr oder Stärkung der Demokratie? Partizipatives Budget und digitaler Humanismus: Dazu habe ich mit Jan Maly von der WU Wien bei Markus Hengstschläger in „Spontan gefragt“ auf @kurier.tv diskutiert 

 

Ich hatte einige Fragen:

  • Kann das partizipative Budget nicht von Interessengruppen für das Eigeninteresse „missbraucht“ werden?
  • Welche Rolle spielt die Politik bei partizipativen Budgets?
  • Sind wir in unserer Selbstbestimmung darauf vorbereitet? Tut es unser Bildungssystem?
  • Ist die Demokratiebildung und auch Verantwortung für uns BürgerInnen gut genug für so ein Projekt?

Spannende Diskussion mit Jan Maly von der WU Wien, der sich mit dem Algorithmus im Rahmen des digitalen Humanismus im demokratischen Prozess beschäftigt.

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Weitere Sendungen zum Thema hier

Künstliche Intelligenz vs natürliche Dummheit

ChatGPT ist der neue heisse Trend. Künstliche Intelligenz soll uns das Denken abnehmen. In vielen Bereichen unerlässlich, sehe ich den Umgang im Alltag mit KI sehr kritisch. Sie fördert die natürliche Dummheit.

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Social Media macht (Gesellschaft) Politik kaputt

In Salzburg sind 386.947 Personen wahlberechtigt (laut http://Salzburg.gv.at) Wenn 70% am Sonntag wählen gehen, sind es lt Prognosen rund 16 000 Menschen, die KPÖ wählen. 16.000 – und diese bestimmen teilweise unseren innenpolitischen Diskurs? Das fällt nicht einmal unter Minderheit.

Social Media macht Kleines gross, Wichtiges unwichtig

Ich frage deswegen so provokant, weil es auch unser Wesen digital zu kommunizieren so entlarvt.  Große Themen werden gar nicht besprochen (anstehende Bankenreform der EU Kommission zb – trifft JEDEN, Stichwort Einlagensicherung) – es wird einmal mehr Diskussion nach unten nivelliert statt Diskurs nach oben gezogen.  Es wird provinziell auf einem grenzenlosen (!) Medium debattiert, und der Inhalt ist bereits am Dienstag nach Wahl irrelevant. Nachhaltigkeit wird angesichts des Klimawandels propagiert. Vielleicht sollte das auch für Inhalte auf Social Media gelten. 

Qualität der Politik leidet

Die Politik leidet unter diesem thematischen Whataboutism bereits massiv, das Wahlverhalten richtet sich entsprechend danach. Und dann wundern sich viele warum Journalismus  wirtschaftliche Probleme hat.  Siehe Wiener Zeitung: zu qualitativ, zu kritisch, zu anspruchsvoll, zu analysierend. Wenn Journalismus nicht wie Social Media funktioniert, ist er gefährdet. Es ist Zeit, dass wir uns alle zusammenreißen – seriöser, faktenorientiert und entsprechend der langfristigen Auswirkung und Folgen kommunizieren. Da kann man auch vieles auslassen. Wir waren technisch noch nie so weit als Menschheit und gesellschaftlich so regressiv. Noch kann man Turn around schaffen. Liebe PolitikerInnen, it is on you! Es geht nämlich um  die Demokratie, die seit Jahren mit falsch angewandten Begriffen verwässert wird.  Es geht um die offene Gesellschaft und den Rechtsstaat. Im (gesellschafts) politischen Diskurs (?) kein Thema (außer als Schlagwort). 

NEU: Hoppe redet – ein Versuch eines Podcasts

Hoppe redet – ein Versuch eines Podcasts. Diesmal geht es um den Einfluss des Algorithmus auf unser aller Leben. In Politik, Kunst, Kultur. Schlussendlich auf unsere Gesellschaft. Hoppe redet ist ein Gedankenanstoss. Der Mut zum Diskurs.

Einfach reinhören!

Hoppe redet – „Leben wir in einer Algokratie?“

 

Die Wahl der Qual

Die Wahl der Qual – Der aktuelle Nationalratswahlkampf zeichnet sich diesmal durch eine mediale Überforderung und Überpräsenz aus. Rund 150 Auftritte werden die SpitzenkandidatInnen am Ende von #nrw19 absolviert haben. Eine Überforderung von Journalisten, Politikern und Wählern. Und auch der Demokratie.

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Hoppe Strategia Politica Media

Vanitas politica austriaca

Fragen Sie mich nicht warum, aber dieser Tage nahm ich seit wirklich sehr langer Zeit wieder den Stowasser zur Hand. Das ist DAS latein-deutsches Wörterbuch, ohne das ich Cicero, Ovid und Catull nicht überlebt bzw übersetzt hätte. Und beim Durchblättern bleibe ich beim Wort „vanitas“ hängen – „Leere“. Mit dem Hinweis, dass es im Latein des Mittelalters auch für Eitelkeit steht. „Leere“ und „Eitelkeit“ – da fiel mir sofort die politische Auseinandersetzung in den Sozialen Medien ein.

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