Nina Hoppe about the criticism of woman to woman in matters of equality and the weakening of its protagonists

Gleichberechtigung: Frau gegen Frau

Der antike Komödienschreiber Plautus prägte den Spruch

„homo homini lupus est“.

Ich lege diesen Ausspruch gerne auf die sogenannte „Gender“ Debatte um.

Femina feminae lupa est

Weil ich seit geraumer Zeit – auch als Betroffene – merke, dass Frauen die größten Gegner der Gleichberechtigung sein können. Jüngster Anlassfall für mich: ein Leitartikel von Martina Salomon im Kurier.

Konkret kritisiert Salomon die angebliche Tatsache, dass sich die Unis in Frauenforschungsschwerpunkten übertrumpfen und Frauen mit wissenschaftlichem Genderbezug wichtige Ämter an der Uni übernehmen. Dabei gäbe es doch weitaus wichtigere Probleme, die wissenschaftlich zu ergründen und zu erforschen sind. So Salomon.

Ich bin absolut nicht dieser Meinung. Die Universitäten waren die ersten, die massiv die Gleichberechtigung als zentrales Thema forciert haben. Auch aus ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung und Rolle heraus. Im Universitätsgesetz (UG) 2002 gab es bereits das eindeutige Bekenntnis zu Einrichtungen des Gender Mainstreaming – organisatorisch wie auch wissenschaftlich. Eigene Stabstellen wurden im Zuge der Umsetzung des UG zu dem Thema an den Unis eingerichtet. Da waren Basel III und die Forderung nach 40% Aufsichtsrätinnen bzw Vorstandsdirektorinnen in Finanzinstitutionen noch in sehr weiter Ferne.

Gender Gap bei wissenschaftlichen Karrieren

Nach wie vor sind Frauen bei Studienanfang in der Mehrheit. Wenn sie sich dann für eine Karriere innerhalb der Universität entscheiden, wird ihr Anteil sukzessive kleiner. Das Argument von Salomon, dass an den Unis fast ausschliesslich Frauen mit sogenannten Genderlehrstühlen reüssieren, hat vielleicht auch andere Gründe. Könnte es möglich sein, dass diese Lehrstühle geschaffen wurden, weil „Mann“ sich somit auch der weiblichen Konkurrenz leichter entledigt? Dass ein Lehrstuhl für Genderforschung einer Frau gegeben wird, ist offensichtlich in der alten Denke völlig legitim. Dass dieser Lehrstuhl vielleicht von einem Mann besetzt wird und stattdessen eine Frau den Lehrstuhl besetzt, der ihrer wissenschaftlichen Spezifizierung entspricht, ist hingegen schon weitaus schwieriger durch zubringen.

Und was mich am meisten an der Kritik von Martina Salomon stört: diese, wie sie sie nennt, „Gender“-Expertinnen haben durch ihre Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit das Thema „Frauen“ und berufliche Gleichberechtigung erst gesellschaftsfähig gemacht. Weibliche Chefredakteurinnen gehören mittlerweile genauso zum Alltag wie Abteilungsleiterinnen oder Vorstandsdirektorinnen. Die sehr einseitige Kritik Salomons wird auf den Schultern jener engagierten Frauen ausgetragen, die unserer Gesellschaft einen wichtigen Dienst in ihrem Auf- und Eintreten für die Gleichberechtigung erwiesen haben und es noch immer tun. Dies sollte eigentlich eine Solidaritätsbekundung auslösen und nicht in bis dato männliche Verhaltensmuster bzw -anwendungen enden.

Vielleicht ist es aber auch nur so, dass Frauen in der Kritik an Geschlechtsgenossinnen einfach schon immer weitaus besser waren als ihre männlichen Pendants. Und schlussendlich erst durch solche weiblichen Verhaltensweisen die noch immer männlich dominierten (sic) Strukturen erst recht stark und wieder stärker werden. Ohne dass „Mann“ dazu beitragen muss.

 

 

 

 

1 Antwort
  1. nicola
    nicola says:

    Besonders der letzte Satz enthält einen wesentlichen Gedanken und zugleich Potential für uns Frauen selbst etwas zu verändern. „Stutenbissigkeit“ ist ein Phänomen, das sich besonders in (noch) männerdominierten Umgebungen findet. Weibliches Selbstvertrauen fördern! Am besten schon bei unseren kleinen Töchtern.

    Und die Machtspiele von Frauen laufen „undercover“ als Kommunikationsverweigerung oder Stichelei. Mädchen werden immer noch eher als Buben für Konkurrenzkämpfe gescholten. Frauen sind in unserer Gesellschaft mehr auf Harmonie und Solidarität getrimmt und führen Rivalitäten eher auf subtile Weise, da sie Konkurrenz als eine Bedrohung empfinden.

    Ein wichtiger Schritt ist diese Dinge, die im Beruf wirklich störend sind, auch anzusprechen und aus der Tabu-Zone zu holen. Danke Nina!

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.